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Ludwik Fleck
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Schriften, die Fleck und die
Denkstiltheorie nutzen
Brühe, Roland; Theis, Sabine:
Denkstile und professioneller Pflegeprozess. Wie beurteilen Lehrende
an Krankenpflegeschulen Pflegeplanungen von Schülern?
Saarbrücken 2008
Informationen
zur Schrift bei der Datenbank WISE.
Abstract: Die
Diplomarbeit geht der Frage nach, inwieweit es einen Unterschied
in der Beurteilung von Schülerpflegeplanungen durch
Pflegelehrende gibt bezogen auf ihre berufspädagogische
Qualifikation (Studium bzw. Weiterbildung). Dazu werden in einem
ersten Teil die theoretischen Grundlagen erläutert. Die
AutorInnen stellen die Theorie der Denkstile und Denkkollektive
von Ludwik Fleck dar und präsentieren ihre Analyse bezogen auf
die Pflegeberufe. Danach existieren in der Pflege aktuell drei
Denkstile: Der pflegevorberufliche Denkstil und der
pflegeberufliche Denkstil; mit der Verwissenschaftlichung der
Pflege spaltete sich ein neuer Denkstil ab, der sog.
pflegeprofessionelle Denkstil. Lehrende mit einem pflegepädagogischen
Studium sind Mitglieder des pflegeprofessionellen Denkkollektivs.
Pflege befindet sich auf dem Weg der Professionalisierung. Nicht
(Status-) Merkmale lassen Pflege zur Profession werden sondern nur
pflegerisches Handeln, das professionell ist. Die Perspektive
eines handlungsorientierten Professionalisierungsverständnisses,
wie es Weidner auf der Grundlage von Oevermann ausdrückt, ist
leitend für die AutorInnen. Der Pflegeprozess stellt den
Kernprozess der Pflege dar und wird seit langem in der
Pflegeausbildung unterrichtet. Die Arbeit untersucht den Begriff
des Pflegeprozesses und seine Rezeption in Deutschland.
Dargestellt wird auch die kritische Diskussion zur Anwendung und
Zukunft des Pflegeprozesses. Im zweiten Teil der Diplomarbeit wird
eine empirische Untersuchung dargestellt, die im Zeitraum von März
bis Mai 2004 bei Lehrenden an Krankenpflegeschulen durchgeführt
wurde. Der Untersuchung liegt folgende Fragestellung zugrunde:
Gibt es einen Unterschied zwischen studierten und weitergebildeten
Pflegelehrenden hinsichtlich der Auswahl und Anwendung
professioneller Beurteilungskriterien bei der Bewertung von Schülerpflegeplanungen?
Da in der Literatur weder explizit professionelle
Beurteilungskriterien diskutiert werden noch ein Instrumentarium für
die Forschungsfrage zur Verfügung steht, entwickelten die
ForscherInnen folgendes methodisches Vorgehen. Zur Erhebung
professioneller Beurteilungskriterien, die später für eine
Befragung von Lehrenden genutzt werden sollte, wurde eine
Gruppendiskussion mit sieben PflegepädagogInnen durchgeführt,
von denen vermutet wurde, dass sie einen pflegeprofessionellen
Denkstil besitzen. Das Transkript der Gruppendiskussion wurde zum
einen einer strukturierenden Inhaltsanalyse nach Mayring
unterworfen, um diese Vermutung zu validieren und die Ergebnisse
abzusichern. Theoretischer Bezugsrahmen für diese Analyse
stellten die Kriterien professionellen Handelns nach Oevermann
dar, wie sie von Weidner aufgeführt werden. Mittels einer
zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring wurden
professionelle Beurteilungskategorien ermittelt. Um die
eigentliche Forschungsfrage beantworten zu können, wurde ein
Fragebogen entwickelt, der zum einen die von Lehrenden verwendeten
Beurteilungskriterien erfragt. Zum anderen wurde eine
Pflegeplanung als Textvignette beigelegt, auf die die Lehrenden
ihre genannten Kriterien anlegen und zu einer Beurteilung kommen
sollten. Zur Datenanalyse wurden qualitative und quantitative
Verfahren angewandt. Mittels der strukturierenden Inhaltsanalyse
nach Mayring wurde ermittelt, welche professionellen
Beurteilungskriterien genannt wurden (theoretischer Bezugsrahmen
stellten die professionellen Beurteilungskategorien dar, die aus
der Gruppendiskussion gewonnen wurden). Mit Methoden der
deskriptiven Statistik konnte herausgefunden werden, wie die
Lehrenden die Beurteilung der Textvignette vornahmen und inwieweit
sich Unterschiede zwischen Lehrenden mit Studium und mit
Weiterbildung darstellen lassen. Zu den Ergebnissen: Alle
professionellen Beurteilungskriterien wurden in beiden Gruppen
(Lehrende mit Weiterbildung und Lehrende mit Studium) genannt.
Zwar verteilten sich die in den Fragebögen genannten
Beurteilungskriterien in beiden Gruppen relativ gleichmäßig auf
alle Beurteilungskategorien. Dennoch wurden absolut gesehen nur in
geringem Maße professionelle Kriterien genannt. Dabei war kein
wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Gruppen erkennbar.
Unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit fiel die Beurteilung der
beigefügten Pflegeplanung zu einer einzelnen Kategorie sehr
unterschiedlich aus. Selbst bei trennscharfen
Beurteilungskategorien wie dem der Fachsprache wurden alle
Antwortmöglichkeiten von "gar nicht erfüllt" bis
"vollständig erfüllt" angekreuzt. Schlussfolgernd lässt
sich feststellen: Ein berufspädagogisches Studium hat keine
erkennbaren Auswirkungen auf die Beurteilung von Schülerpflegeplanungen
bezogen auf Professionalisierungsaspekte oder auch nur auf eine
Bedeutungszumessung von wissenschaftlichem Wissen. Es wird
vermutet, dass die durchschnittliche Studienzeit von etwa vier
Jahren nicht ausreicht für eine stabile Entwicklung eines
pflegeprofessionellen Denkstils in der einzelnen Person. Da die
Beurteilung von Schülerpflegeplanungen klare Hinweise darauf
geben kann, wie das Thema "Pflegeprozess" in der
Krankenpflegeschule unterrichtet wird (kein Lehrer wird etwas völlig
anderes prüfen als er vorher unterrichtet hat), kann davon
ausgegangen werden, dass zumindest über dieses Thema wenig bis
keine Denkprozesse bei den SchülerInnen in Richtung
Professionalisierung angestoßen werden. Es existiert kein
einheitliches Verständnis der Beurteilungskategorien. So wird
z.B. unter dem Begriff der Fachsprache offensichtlich sehr
Unterschiedliches verstanden. Das professionelle Denkkollektiv hat
sich noch nicht in ausreichendem Umfang mit den vielfältigen
Aspekten der Pflege - wie beispielsweise dem Pflegeprozess -
auseinandergesetzt.
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